Home-Office und die Corona-Situation in der Druckbranche

Auch bei uns in der Druckbranche arbeiten viele inzwischen vom Home-Office aus. Produktionsmitarbeiter natürlich nicht, diese sind vor Ort vonnöten und können höchstens in die Kurzarbeit geschickt werden. Jedoch Mitarbeiter aus der Kundenberatung, dem Vertrieb, dem Marketing, dem Einkauf, dem Controlling oder der Buchhaltung können problemlos von zu Hause aus arbeiten. Moderne Cloudlösungen in der Telekommunikation ermöglichen es, daß der Mitarbeiter mit einem vom Betrieb gestellten Festnetztelefon unter seiner regulären Büronummer für Kunden und Lieferanten erreichbar bleibt.

Es gibt ein unter Unternehmern weitverbreitetes Vorurteil, daß bei Arbeitnehmern, die im Homeoffice arbeiten, der Schlendrian einreißt. Untersuchungen haben genau das Gegenteil ergeben: Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus oft viel motivierter und effektiver, können in Ruhe und konzentrierter der Arbeit nachgehen. Und die Selbstbestimmtheit führt bei kreativen Berufen oft sogar zu einem Mehr an Erfindungsreichtum.

Man spart Fahrkosten und Fahrzeit. Arbeitnehmer, die um 07.00 Uhr aufstehen, damit sie um 09.00 Uhr im Büro sind, haben plötzlich Zeit zur Verfügung, die sie frei gestalten können. Wenn jemand Überstunden machen muß, dann ist er trotzdem zu Hause und für die Familie ansprechbar. Mitarbeiter sind oft dankbar für diese Flexibilität, die wiederum die Motivation steigert.

Natürlich bringt die derzeitige Krise auch Nachteile für die Druckindustrie mit sich. So sind coronabedingt Stammkunden aus den Bereichen Veranstaltungen, Werbung und Marketing weggebrochen. Kurzarbeit war oft die Folge. Auf diese Kundschaft spezialisierte Betriebe stehen mitunter vor der Insolvenz.

Auf die Gesamtwirtschaft bezogen haben im vierten Quartal 2020 744.000 Menschen Ihre Arbeit verloren. Am Aktienmarkt sind rasante Abstürze zu beobachten. Die Aussichten sind schwierig zu beurteilen, da man nicht sicher prognostizieren kann, wann in Deutschland eine ausreichend große Anzahl an Menschen geimpft ist, und ob weitere Virusmutationen auftreten. Sollten Banken kollabieren, könnte das Szenario noch drastischer werden.

Die Stimmung schwankt zwischen Besorgnis und Zuversicht. Die Druckbranche ist durch Verknüpfungen mit anderen Wirtschaftszweigen besonders verwundbar. Der mit Abstand größte Auftraggeber ist die gewerbliche Wirtschaft mit 86,4 Prozent. Gibt es Engpässe oder Einschränkungen in Zulieferbranchen wie der Papierindustrie oder bei Farbenherstellern, bringt dies zusätzliche Probleme mit sich. Agile und innovative Betriebe, die sich auf die veränderten Umstände besser einstellen können, sind nun im Vorteil. So etwa steigt der Bedarf nach Verpackungslösungen und das Auftragseinkommen durch die Pharmaindustrie. Keine leichten Zeiten, auch für uns nicht. Wir freuen uns auf Ihre Aufträge – so oder so.

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